Freitag, 11. März 2016

Das Ende des Zinses – und was es für uns bedeutet

Am 10. März hat ein neues Geld-Zeitalter begonnen: Die europäische Zentralbank (EZB) hat den Zins (= Preis des Geldes) de facto abgeschafft. Mit anderen Worten, Banken können sich von nun an kostenlos Geld bei der EZB borgen, soviel sie wollen. 

Es ist ein gefährliches Spiel mit dem Vertrauen in den Euro, das die EZB da treibt, mit ungewissem Ausgang. Jetzt schon müssen die (Anleihe)Gläubiger der Republik Österreich Geld zahlen(!), wenn sie unserem Staat Geld borgen. Konkret bis zu einer Laufzeit von 5 Jahren.

Zusätzlich werden monatlich EUR 80 Milliarden an Staatsanleihen von der Zentralbank gekauft werden – um noch mehr Geld ins System zu pumpen. Geld, dass die EZB aus dem "Nichts" erschafft. Paradiesische Zustände für Staaten, wie Österreich, weil sie munter neue Schulden machen können, die von der EZB dann als Anleihe gekauft werden, egal wie verschuldet der jeweilige Staat bereits ist. (pers. Anmerkung: Wer sonst gibt jemanden sein Geld und zahlt sogar noch dafür?)

Die Frage, die man sich als Bürger stellen sollte ist, was passiert mit einer Ware, wie Geld, die weniger wird, wenn man sie besitzt und man auf der andern Seite (fast) gratis borgen kann? Antwort aus der Praxis: Entweder gibt man es gleich aus, oder man kauft damit etwas, das einen vermeindtlich beständigeren Wert hat, wie z.B. Immobilien oder auch Aktien

Wenn man diese Fakten konsequent zu Ende denkt, merkt man, dass das letzten Endes nicht gut gehen kann.

Seit Beginn der Finanzkrise vor mittlerweile 8 Jahren herrscht mehr Ernüchterung und Ratlosigkeit, denn je zuvor. Denn trotz der Abschaffung der Zinsen, dem vielen Gratisgeld für Banken, der de facto Übernahme von Staatsschulden durch die EZB durch Anleihekäufe, 

a) produziert Europa immer noch weniger Güter und Dienstleistungen als 2008,
b) sind die Staatschulden der meisten EU-Staaten so hoch wie noch nie seit dem Ende des 2. Weltkriegs.
c) liegt die Inflationsrate nahe 0% 

Was bedeutet das für mich, als Anleger?
1. Praktisch alle klassischen Sparformen sind wegen des Nullzinsumfeldes nicht rentabel. Wer erspartes Geld auf zinstragenden Produkten liegen hat, verliert es schleichend. 

2. Beispiel Lebensversicherung: Die staatlich garantierte Mindestverzinsung liegt aktuell bei nur 1 % p.a. (in den 1990ern waren es noch 4 % p.a.). Schlimmer noch ist die Tatsache, dass die Mindestverzinsung sich aber nur auf das von Ihnen einbezahlte Kapital abzüglich rund 10-15 % Spesen/Kosten bezieht. Mit anderen Worten: Nach 15 Jahren Laufzeit bekommen Sie Dank der Mindestverzinsung in etwa Ihr einbezahltes Kapital wieder zurück. Die einzigen, die dabei verdienen sind Ihre Versicherung und Ihr Makler.

Was kann ich tun?

Zum einen, akzeptieren, dass es keine risikolose Geldanlage mehr gibt. Selbst das Sparbuch nicht - siehe auch dazu unseren Blog über das Ende der staatlichen Einlagensicherung. Folglich bleibt einem nichts anderes übrig, als das Ersparte in verschiedene Anlagen aufzuteilen und sich ein wenig mit Ihren Finanzen auseinandersetzen. Tun Sie es nicht, riskieren Sie Ihre Altersvorsorge.

Das heißt konkret: behalten Sie einen Liquiditätspolster auf dem Sparbuch, für Notfälle und dergleichen. Den Rest investieren Sie in Anlagen mit höheren, zinsunabhängigen Ertragschancen wie Aktien, Sachwerte oder Beteiligungen. Da diese zwangsläufig auch ein höheres Risiko mitbringen, Geld möglicherweise zu verlieren, ist die Streuung hier das oberste Gebot. Haben Sie bislang keine Erfahrung mit diesen Produkten, ziehen Sie einen unabhängigen Fachmann zu Rate (d.h. keinen Bankmitarbeiter).

Als Anleger hat man heutzutage keinen Ertrag mehr, sein Geld einfach möglichst lange auf der Bank liegen zu lassen. Aber Geld muss arbeiten. 

Die Lösung: Investieren Sie es so, dass es bzw. jemand damit arbeitet und etwas schafft. Ein neues, wie bankenunabhängiges Beispiel dafür ist Crowdinvesting à la dasErtragReich. Dort kann man als Privatanleger in erfolgreiche, heimische Unternehmen mit Kapitalbedarf investieren. Eine sinnvolle und überaus spannende Chance für eine persönliche, regionale und profitable Finanzanlage.

Mittwoch, 6. Januar 2016

Weil morgen heute schon gestern ist

Österreich ist, wie schon mehrfach in diesem Blog erwähnt, eines der reichsten Länder der Welt. Gesegnet mit einer sauberen wie schönen Umwelt und reichlich Wasser liegen wir auch in Punkto Lebensqualität ganz weit vorne in den Statistiken.
Das ist die schöne Seite.

Die andere, nicht ganz so idyllische, zeigen folgende Kennzahlen:
  • Wirtschaftswachstum: Seit 2012 de facto Stillstand, Letztstand 2015: 0,8%
  • Arbeitslosigkeit: stetig steigend. Laut den aktuellsten Zahlen der WKO liegen wir auf einem Nachkriegsrekordwert von 9,1 % (nationale Berechnung).
  • Staatsverschuldung: Rekordwert von 84,2 % (Statistik Austria). Zur Erinnerung: das Maastricht Kriterium liegt eigentlich bei 60 % - was derzeit nur von Luxemburg, Schweden, Dänemark und ein paar osteuropäischen Mitgliedsstaaten eingehalten wird.
Diesen Rucksack voller Hypotheken tragen wir schon heute auf unserem Weg in die Zukunft mit uns. Andersrum formuliert: Wir haben Schulden in der Zukunft gemacht, um unseren heutigen Wohlstand zu finanzieren. Dabei haben wir noch das Glück neben der Konjunkturrakete Deutschland zu liegen, dass uns wirtschaftlichen Rückenwind beschert.

Nüchtern betrachtet muss man aber klar sagen, wollen wir unseren Wohlstand in der Zukunft erhalten, müssen wir schon heute das Fundament legen.

Die vierte industrielle Revolution. Wir stehen am Anfang der vierten industriellen Revolution, auch Industrie 4.0 genannt. Die erste industrielle Revolution war die Einführung des mechanischen Webstuhls im Jahr 1784. Ab 1870 setzte die zweite mit Beginn der Massenfertigung und der Elektrifizierung ein.
Die dritte industrielle Revolution wurde durch die Automatisierung ab 1969 ausgelöst.
Und jetzt erleben wir Industrie 4.0, sprich das Internet der Dinge. Mit anderen Worten, die globale Vernetzung der Maschinen. Das bedeutet, mehr Produktivität, mehr Umsatz, aber gleichzeitig auch weniger (menschliche) Arbeitsplätze. Ein Beispiel dazu: Bei Volkswagen kostet heute ein Produktionsroboter drei bis sechs Euro je Stunde, ein VW-Arbeiter das Zehnfache! Die Folge: Innerhalb der nächsten 20 Jahre wird es in den VW Werken keine Menschen mehr in der Montage geben.

Hire oder Fire? Wie immer, wird es auch bei der Industrie 4.0 Gewinner und Verlierer geben. Und es gibt ein einziges wichtiges Entscheidungskriterium dabei: die Bildung.
Darum und für unseren künftigen Wohlstand gilt es sich jetzt mit dem Thema auseinanderzusetzen. Nicht weil es uns den Himmel auf Erden bringt. Sondern weil es unausweichlich kommen wird.

Dementsprechend braucht es einen Masterplan, der die richtigen Initiativen in Bildung, Forschung und auch Sozialpolitik setzt. Denn nicht nur die heutige Jugend wird davon betroffen sein, sondern praktisch alle Berufstätigen, die noch zumindest 10-15 Jahre arbeiten müssen (Anm.: Wer weiß heute schon, wann er in Pension gehen kann bzw. darf? Hier ein Artikel zum Haareraufen.)

Es gibt schon heute Studien die besagen, dass aufgrund von Industrie 4.0 rund 50 % der heutigen Jobs einfach wegfallen werden. Dass wir in Österreich noch weit weg von dieser Erkenntnis sind, zeigt allein unser Steuersystem. Rund zwei Drittel der Steuereinnahmen stammen aus der Lohnsteuer (=Arbeit).

Man ist Realist genug, um von der Politik hier wenig Substanzielles zu erwarten. Meiner Meinung nach wird in unserer globalisierten und vernetzten Welt die Initiative und der Impuls von der Wirtschaft selbst kommen müssen.

Zum Glück haben wir in Österreich seit kurzem den gesetzlichen Rahmen, um die heimische Wirtschaft mit privatem Kapital zu versorgen. Ein Großteil dieses privaten Kapitals liegt aber unproduktiv und nahezu unverzinst auf Bankkonten.

Zutaten für den wirtschaftlchen Erfolg von morgenDie Zutaten wie Kapital, Know-How, sozialer Frieden und stabile politische Verhältnisse, die Österreich braucht, um sich auch in der computerisierten Welt von morgen behaupten zu können, sind vorhanden.

Nutzen wir sie bestmöglich. Jetzt.

Mittwoch, 25. November 2015

Der Geld-Supermarkt

Die Lösung für alle, die schon immer nie etwas mit Geld(anlage) zu tun haben wollten.

Seit über 15 Jahren beschäftige ich mich beruflich mit Geld und dessen Veranlagung. Im Zuge dieser Tätigkeit habe ich dabei viele unterschiedliche Menschen und Zugänge zu diesem Thema kennenlernen dürfen. Zwei wichtige Erkenntnisse verdanke ich dieser Zeit:
  1. Geld (allein) macht nicht glücklich. Das ist jetzt kein Plädoyer für ein Leben in Armut. Aber viele wohlhabende und mächtige Menschen vergessen leicht, dass man die im Leben wesentlichen Dinge wie Zeit, Liebe, Gesundheit nicht kaufen kann. Und je älter man wird, desto wertvoller werden genau diese Themen.
     
  2. Geld verdirbt nicht den Charakter. Entweder man hat Charakter, oder nicht - mit oder ohne Geld. Aber mit Geld kommt das Fehlen des Charakters einfach oft erst richtig zum Vorschein.
Aber abgesehen von diesen beiden Erkenntnissen gibt es noch eine interessante Gemeinsamkeit der meisten Menschen: das Gräuel vor der Geldanlage an und für sich.

Das resultiert meistens aus schlechten Erfahrungen, mangelndem Wissen und generellem Misstrauen dem Thema gegenüber. Warum? Die Praxis zeigt, dass man mangels Wissen zu leicht vermeintlichen Experten vertraut, die dann leider oft genauso schnell weg sind, wie das veranlagte Geld (plus bereits bezahlter Provisionen).

Diese schlechten Erfahrungen führen in weiterer Folge zu Misstrauen gegenüber derFinanzbranche und deren oft undurchschaubaren Veranlagungsprodukten. Dabei kann es so einfach sein. 

Denken wir einfach an einen Supermarkt: Seit einigen Jahren entscheiden sich mehr und mehr Menschen für regionale bzw. biologische Produkte. Diese Waren und deren lokale Produzenten haben eine gute Reputation und werden als qualitativ hochwertig erachtet. Die win-win Situation dabei: Wir verbessern unsere Ernährung und unseren biologischen Fußabdruck und unterstützen zugleich die heimische, lokale (Land)wirtschaft.

Wie könnte das bei der Geldanlage aussehen?

Die Finanzbranche im Umbruch. Die Folgen der noch immer anhaltenden Finanzkrise (dazu ein lesenswerter Artikel in der "Welt") hat das Gleichgewicht der Finanzbranche durcheinander gebracht.
Nach den zahllosen Skandalen in der Bankenwelt gibt es einen immer lauteren Ruf nach einer Geldanlage, die genauso einfach, regional und transparent ist, wie Lebensmittel im Supermarkt einzukaufen. Die gute Nachricht für Sie: Das gibt es!

Man nennt diese Art der Geldanlage Crowdinvesting bzw. Crowdfunding. Ein noch junges Phänomen, das aber aufgrund der Möglichkeiten des Webs immer mehr Aufwind bekommt. Dabei präsentieren sich heimische Unternehmen, in die Sie als Investor persönlich und direkt investieren können. Einfach und transparent. Dazu kommt, dass Crowdinvesting „made in Austria“ zum Schutz des Investors gesetzlich klar geregelt ist und darüber hinaus durch Gutachten unabhängiger Wirtschaftsprüfer zertifiziert wird (mehr dazu in unseren FAQs).

Einfach regional investieren. Dafür braucht weder Spezialwissen, vermeintliche Experten noch überforderte Bankmitarbeiter. Auf unserer Plattform lernen Sie eigentümergeführte Unternehmen und deren Produkte persönlich kennen. Mit Hilfe der umfangreichen Informationen (Dokumente, Bilder, Videos) und des gesetzlich vorgeschriebenen Gutachtens, können Sie sich selbst ein Bild Ihrer Geldanlage machen. Gefällt Ihnen das Unternehmen oder das Produkt, dann haben Sie die Möglichkeit über unsere auf unserer Plattform in den jeweiligen Betrieb zu investieren. Wollen Sie mehr als EUR 5.000,- investieren, oder lieber eine persönliche Beratung, dann wenden Sie sich an einen unserer Kooperationspartner.

Was springt für Sie als Anleger dabei heraus?
In aller Regel erhalten Sie einen Zinssatz zwischen 5 und 10% p.a  Am Ende der fixierten Laufzeit erhalten Sie Ihr eingesetztes Kapital zurück. Dazu kommen exklusiv für Investoren Warengutscheine, Rabattaktionen, udgl. 

Online sind Investitionen von EUR 250,- bis max. € 5.000,- möglich. Alle Projekte und Detailinformationen, inklusive FAQs, finden Sie hier.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Stöbern und stehen Ihnen für Fragen jederzeit sehr gerne zur Verfügung!

Montag, 24. August 2015

Endlich Mehr!

Bevor wir uns in medias res begeben, noch ein Ranking: Österreich ist das 11-reichste Land der WELT! Es geht uns also gut, sehr gut im Vergleich zu den rund 7 Milliarden Mitbewohnern auf diesem Planten.

Auf der anderen Seite macht sich eine schleichende Entwicklung bemerkbar, die eine immer breitere Bevölkerungsschicht erfasst: Es geht wirtschaftlich irgendwie nicht weiter. 

Die Fakten



Der Wandel

Seit dem 2. Weltkrieg ging es wirtschaftlich und somit mit unserem Wohlstand nur bergauf: Staaten, Privatleute und Unternehmen machen Schulden und finanzieren damit Ausgaben für Straßen oder Maschinen. In der Folge machen Unternehmen Gewinn, und Staaten nehmen mehr Steuern ein. So lassen sich später die Kredite tilgen und mit dem Mehr die Zinsen bedienen. Arm wie Reich hatte eine Zukunft mit höheren Wohlstand vor Augen - gerade in den USA wurde dieses Prinzip extrem gelebt. Und 50 Jahre lang hat das recht fein funktioniert.

Spätestens seit Beginn der Schuldenkrise 2008 hat sich das aber deutlich geändert.
Die Unternehmen investieren ihre hohen Bargeldbestände nicht mehr. Die meisten Industriestaaten sind bis zum Anschlag verschuldet und haben kein Geld für Investitionen.
Wenn die Unternehmen aber nicht investieren, können sie auch nicht mehr produzieren. Gleichzeitig liegen riesige Summen an Geld nutzlos auf den Konten herum. Darüber hinaus sitzen wir alle auf den (Staats)Schulden der vergangenen Generationen, deren Abbau durch Steuereinnahmen ist aber mangels stagnierendem Wirtschaftswachstum leider nicht gegeben. Somit bleibt die Last der Rückzahlung bei uns als Steuerzahler hängen.

Dazu kommt, dass z.B.

- in Deutschland das oberste 1% der Bevölkerung schon jetzt ein Drittel des gesamten Vermögens besitzt, 
- die Digitalisierung der Wirtschaft, wie die Industrie 4.0, viele Arbeitsplätze obsolet machen wird (siehe die Aussage des Personalvorstandes von VW). 

Fazit

Mit anderen Worten: Gründe für Verteilungskämpfe gibt es jetzt schon genug. Vielleicht ist es an der Zeit, andere Maßzahlen als das Wirtschaftswachstum (BIP) wie Freizeit, Zufriedenheit, Nachhaltigkeit, für unseren Wohlstand heranzuziehen.

Crowdinvesting ist letztlich ein Ausfluss dieser Entwicklung, abseits der verkrusteten Strukturen (Politik, Banken), wo o.a. Gelder direkt in die Wirtschaft investiert werden, um diesem Trend der säkularen Stagnation entgegenzuwirken. 

Auf dasErtragReich.at hat jeder Privatanleger die Möglichkeit, durch ein Investment ab EUR 250,- in die Zukunft der heimischen Wirtschaft zu investieren und über die laufenden Erträge schon heute davon zu profitieren. 

Quelle: http://www.zeit.de/2015/32/wirtschaftswachstum-krise

Samstag, 25. Juli 2015

Warum Crowdinvesting die Welt zu einem besseren Ort macht



Mein ganzes Berufsleben habe ich im Finanzsektor verbracht. Seit ich mich 2012 mit dasErtragReich selbständig gemacht habe, werde ich immer wieder gefragt, warum ich den gut bezahlten und sicheren Job als „Vermögensberater der Reichen“ (sprich, Private Banker) an den Nagel gehängt habe.

Die kurze Antwort: Weil der Finanzmarkt, global gesehen, außer Kontrolle geraten ist. Er dient mit dem Schmiermittel Kapital nicht mehr der Wirtschaft, sondern immer stärker sich selbst.
Aber was passiert, wenn das Interesse des globalen Finanzmarkts unseren eigenen Zielen und Wünschen eines Tages zuwiderläuft?

Nichts Gutes.

Daher die begründete Antwort: Seit dem Beginn des 19Jahrhunderts verglobalisiert sich unsere Wirtschaft immer schneller, seit der Erfindung des Internets rasend schell. Als eine der ersten Branchen war und ist dabei die Geldwirtschaft (Banken, Börsen, Kapital) ein zentraler Motor dieser Entwicklung. 

Im selben Ausmaß wie die Märkte sich globalisiert haben, sind auch die darin agierenden Unternehmen gewachsen. Und diese Player von Apple bis Siemens, von Alibaba bis Exxon haben enorme Macht. Anders als früher, kann die Konkurrenz oder ein erfolgreicher Newcomer einfach weggekauft werden (Beispiel LiveLoop). Denn große Unternehmen sind auch große Sparschweine.

Die immer noch stark national agierende Politik (man denke an den Sirtaki um Griechenland) versucht den dadurch entstandenen Machtverlust mittels steigender Regulierungswut zu kompensieren. Was im Endeffekt viel Lärm um Nichts ist, denn kein Politiker an der Macht ist so dumm und beißt die Hand, die ihn füttert (hierzu ein toller Artikel von DiePresse). Vielmehr schafft Regulierung den großen Playern eher einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil. Können doch kleinere Unternehmen die dadurch entstehenden Mehrkosten nicht so leicht schultern, wie die großen.

Alles in allem führt die Entwicklung dahin, dass es in der Wirtschaft, aber vor allem im Finanzsektor, immer größere und enger vernetzte Unternehmen gibt. Und das macht den Status quo so anfällig. Und künftige Krisen so gefährlich für uns „kleinen Mann/Frau“. Denn wenn aufgrund des Zinsniveaus plötzlich die eigene Lebensversicherung umfällt, oder das Ersparte flöten geht, weil es keine staatliche Einlagensicherung mehr gibt, dann sind wir beim nächsten Crash alle betroffen und nicht mehr nur die oberen Zehntausend mit ihren Aktienportfolios.

2012 habe ich gekündigt, damit ich etwas gegen diese Schieflage tun kann und diesem Treiben nicht hilflos zuschauen muss. Mit Geld zu arbeiten war immer mein Beruf und das ist, was ich am besten kann. Deshalb habe ich dasErtragReich gegründet. Denn für mich ist Crowdinvesting einer der wichtigsten lokalen Lösungsansätze für das beschriebene globale Problem. Schafft es doch eine direkte Verbindung zwischen Ihnen als Bürger, der sein Erspartes in die Zukunft bringen will und erfolgreichen regionalen Unternehmen mit Kapitalbedarf. Und das ganze ohne Finanzindustrie und ohne Banken. 

Mit diesem Geld kann jeder von uns seine finanzielle Zukunft und die wirtschaftliche Zukunft seiner Region in der er lebt in die Hand nehmen. Und gleichzeitig davon profitieren.
„There is nothing more powerful than an idea who’s time has come.“ – Victor Hugo

Donnerstag, 2. April 2015

Da war doch noch was...

Im Jubel und Trubel der größten Marketing-Steuerreform der 2. Republik sind doch glatt ein paar Nebensächlichkeiten untergegangen. Das wollen wir ändern.

Oft wird über das bescheidene Finanzwissen von Herrn und Frau Österreicher - nicht ganz zu Unrecht - geschrieben. Immerhin: Da es in Österreich mehr Sparbücher als Einwohner gibt, weiß praktisch jeder, was ein Sparbuch ist. Und dass es sicher ist, weil ja der Staat für jeden Sparer mit bis zu EUR 100.000 einspringt, sollte in Österreich eine Bank des Vertrauens über den Jordan gehen (man spricht auch von der "Einlagensicherung").

All jenen, die das noch immer so sehen, sei diese Meldung des Standards ans Herz gelegt. Dort erfährt man, dass die Segnungen der Steuerreform nicht nur im Geld verteilen (das noch nicht gegenfinanziert wurde) liegt. Nein, es wurde auch von der Regierung beschlossen, dass ab Juli 2015 die Republik nicht mehr für Spareinlagen gerade stehen muss.
Österreich: Ein Volk der Sparer
Österreich: Ein Volk der Sparer


Im Zuge der Steuerreform wurde praktischerweise gleich ein Gesetz vom Nationalrat verabschiedet, der mit diesem Relikt aus der Nachkriegszeit aufräumt.

Gut, als Ersatz sind Österreichs Banken verpflichtet einen Einlagensicherungsfonds aufzubauen. Schon 2024 - also in 9 Jahren - wird dieser mit EUR 1,5 Mrd (Anmerkung: die Summe der österreichischen Spareinlagen liegt bei rund EUR 130 Mrd.) dotiert sein, also einem stolzen Prozent (1%) aller Spareinlagen. Bis dahin wird schon nix passieren.

A propos "nix passieren". Das Geld liegt ja bekanntlich auf der Strasse. Dank unserer Europäischen Zentralbank, kann auch Europa endlich wieder mit neuen Rekorden aufwarten: So sind seit dem Start des Anleihenankaufsprogramms der EZB vor rund 4 Wochen EUR 19 Mrd. in den Aktienmarkt bzw. Anleihenmarkt geflossen. Soviel, wie noch nie zuvor in so einem kurzen Zeitraum. Mittlerweile liegen insgesamt EUR 2,4 Billionen in Staatsanleihen, die eine negative Rendite (!) abwerfen.

Und während in den Medien diskutiert wird, ob jetzt eine Deflation oder doch Inflation kommt, steigen die Vermögenspreise immer weiter.

Vermögenspreisinflation in Deutschland
Vermögenspreisinflation in Deutschland (Quelle: Flossbach von Storch Research Institute)
 
Alles Symptome eines Finanzsystems, dass aus den Fugen zu geraten droht. Allein aus dieser Tatsache ist es für jeden Sparer essentiell nochmals (oder erstmals) darüber nachzudenken, wo man sein Erspartes veranlagt und wem man sein Geld anvertraut.


Ihr

Martin Watzka

PS: Selbst die beste aller heimischen Steuerreformen hat ihre heiteren Seiten, wie dieses "Interview" der Tagespresse beweist. 

Montag, 9. Februar 2015

Warum Banken schlechte Verlierer sind

Wir alle haben in unserem Leben schon einmal bei einer Wette oder einem Spiel verloren. Ohne es zu wissen, haben die meisten der rund 150.000 Österreicher mit einem Schweizer Franken Kredit, auch bei einer Art Wette mitgemacht. Die Wette war, dass der Wechselkurs des Schweizer Franken zum Euro für die nächsten Jahre gleich bleibt und die zumeist Häuslbauer dafür weniger laufende Kreditzinsen zahlen müssen. Am 15. Jänner ging diese Wette vorerst verloren, da die Schweizer Notenbank beschlossen hat, die Bindung des Schweizer Franken zum Euro aufzugeben. Seitdem hat jeder CHF-Kreditnehmer rund 15 % mehr Schulden.
Wieviel schulde ich der Bank?
Verständlicher Weise war der Aufschrei der Betroffenen groß, vor allem bei jenen, die sich vermeintlich gegen so eine Bewegung der Währung extra abgesichert hatten und trotzdem ihr Kredit zu einem extrem ungünstigen Wechselkurs in Euro konvertiert wurden.
Jene, deren Kredit in Schweizer Franken geblieben sind, stehen dafür vor einer paradoxen Situation. Denn das Zinsniveau in der Schweiz ist stark in den negativen Bereich gefallen, was in unserem Finanzsystem grundsätzlich nicht vorgesehen ist. Das wiederum bedeutet für die Praxis, dass CHF-Kreditnehmer Zinsen von der Bank bekommen müssten.
Es gibt einige Banken, die keine Vorkehrung im Kreditvertrag für diesen Fall getroffen haben, wie „diePresse“ berichtet. Abseits der rechtlichen Komponente zeigen sich Banken so, als ganz schlechte Verlierer, der von seinem Versprechen (=Vertrag) zurücktreten will, wenn es schlecht läuft. Das zeigt, dass manches Kreditinstitut seine Kunden noch immer nicht als gleichwertigen Vertragspartner sieht, sondern als (leichte) Beute. Denn nur schlechte Verlierer versuchen, die Spielregeln nachträglich zu verändern.

Zum Glück lassen sich das immer weniger Menschen gefallen.