Montag, 9. Februar 2015

Warum Banken schlechte Verlierer sind

Wir alle haben in unserem Leben schon einmal bei einer Wette oder einem Spiel verloren. Ohne es zu wissen, haben die meisten der rund 150.000 Österreicher mit einem Schweizer Franken Kredit, auch bei einer Art Wette mitgemacht. Die Wette war, dass der Wechselkurs des Schweizer Franken zum Euro für die nächsten Jahre gleich bleibt und die zumeist Häuslbauer dafür weniger laufende Kreditzinsen zahlen müssen. Am 15. Jänner ging diese Wette vorerst verloren, da die Schweizer Notenbank beschlossen hat, die Bindung des Schweizer Franken zum Euro aufzugeben. Seitdem hat jeder CHF-Kreditnehmer rund 15 % mehr Schulden.
Wieviel schulde ich der Bank?
Verständlicher Weise war der Aufschrei der Betroffenen groß, vor allem bei jenen, die sich vermeintlich gegen so eine Bewegung der Währung extra abgesichert hatten und trotzdem ihr Kredit zu einem extrem ungünstigen Wechselkurs in Euro konvertiert wurden.
Jene, deren Kredit in Schweizer Franken geblieben sind, stehen dafür vor einer paradoxen Situation. Denn das Zinsniveau in der Schweiz ist stark in den negativen Bereich gefallen, was in unserem Finanzsystem grundsätzlich nicht vorgesehen ist. Das wiederum bedeutet für die Praxis, dass CHF-Kreditnehmer Zinsen von der Bank bekommen müssten.
Es gibt einige Banken, die keine Vorkehrung im Kreditvertrag für diesen Fall getroffen haben, wie „diePresse“ berichtet. Abseits der rechtlichen Komponente zeigen sich Banken so, als ganz schlechte Verlierer, der von seinem Versprechen (=Vertrag) zurücktreten will, wenn es schlecht läuft. Das zeigt, dass manches Kreditinstitut seine Kunden noch immer nicht als gleichwertigen Vertragspartner sieht, sondern als (leichte) Beute. Denn nur schlechte Verlierer versuchen, die Spielregeln nachträglich zu verändern.

Zum Glück lassen sich das immer weniger Menschen gefallen.

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