Montag, 26. September 2016

Unsere Arbeit von morgen

Es war dieses Jahr im April, als wir mit „dasErtragReich“ die Crowdinvesting-Kampagne für Spörk Antriebssysteme planten. Bei einem der Gespräche mit dem Geschäftsführer des mittelständischen Unternehmens kamen wir auf die nächste industrielle Revolution (Industrie 4.0) zu sprechen. Als Betroffener zeigte er sich verwundert darüber, dass der Begriff in aller Munde ist,  insbesondere in der Politik, es aber wenig konkrete Aktivitäten gibt.

Was heißt Industrie 4.0?
Im Grunde geht es bei diesem Begriff um die Digitalisierung und Automatisierung, die immer mehr Bereiche und Branchen, von der Produktion bis hin zum Dienstleistungssektor, erfasst. Obwohl viele den Untergang des Abendlandes sehen, ist die Digitalisierung "nur" Teil eines Transformationsprozess, der mit der industriellen Revolution im 18. Jahrhundert begonnen hat und dessen Veränderungen tief in die Gesellschaft reicht.

Was für Veränderungen?
Ein Beispiel: Es ist eine Tatsache, dass immer weniger Menschen Zeitungen und Zeitschriften kaufen, weil sie sich die Informationen über das Internet holen. Das hat unmittelbare Auswirkung auf
- die Verlage (die sie herausgeben),
- die Druckereien (die sie drucken),
- die Spediteure (die sie transportieren),
- die Trafiken (die sie verkaufen) und letztlich
- die Mitarbeiter dieser Firmen, die nicht mehr gebraucht werden.

Fakt ist, dass in vielen Branchen die großen Unternehmen bereits an der Digitalisierung von unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen arbeiten, die bislang von Menschen erledigt wurden und enorme Produktivitätssprünge, sprich Kosteneinsparungen, ermöglichen.

Was geht ab? Die 4 Megatrends der Industrie 4.0
Zur Zeit kristallisieren sich vier große Trends heraus.

-    Selbstfahrsysteme: In ein paar Jahren werden selbständig steuernde Transporter, Taxi und Lkw-Fahrer, Post und Paketboten ersetzen. Uber ist nicht über USD 60 Milliarden wert, weil es die Billigvariante eines Taxiunternehmens ist. Ziel waren immer autonome Autos, nur so wird ein Schuh daraus.

-    Robotisierung: Die oft zitierten 3D-Drucker sind ein bekanntestes Beispiel dafür. In ein paar Jahren braucht es kein Zahntechniklabor mehr. Denn der Zahnarzt druckt das Inlay gleich bei sich in der Praxis. Anderes Beispiel: früher bestanden Einspritzdüsen für Flugzeuge aus 20 Teilen. Heute druckt General Electric die Teile selbst. Und zwar schneller, billiger, robuster als je zuvor.

-    Deep Learning: Der lernende Computer. Stellen Sie sich vor, Sie sind zur Routinekontrolle beim Arzt und es ist ein Schatten auf Ihrem Lungenröntgen zu sehen. Wem trauen Sie als Patient eher zu zu beurteilen, ob der Schatten etwas Gefährliches wie ein beginnender Krebstumor sein könnte?  Einem Oberarzt mit 20 Jahren Berufserfahrung (und einer 80 Stunden Woche), oder einer Big-Data-Datenbank mit Röntgenbildern von tausenden Patienten und somit dem Wissen von 1000 Oberarzt-Jahren? Es gibt sogar einen Begriff dafür: „digitale Diagnostik“.

-    Gig-Economy: Freie Mitarbeiter und Ein-Personen-Unternehmen suchen auf virtuellen Plattformen nach Aufträgen. Unternehmen schreiben sie global aus. Bei IBM passiert das bereits. Was für die Unternehmen viel Sinn macht, ist für die Arbeitswelt wenig romantisch, denn letztlich dann jeder Arbeitnehmer in einem weltweiten Wettbewerb um Arbeit.

Diese digitalen Trends werden unsere Wirtschaftsstrukturen für immer verändern. Als Folge werden viele Arbeitsplätze verloren gehen, aber auch viele, völlig neue Berufe entstehen. Zwei Dinge werden dabei für jeden einzelnen von uns entscheidend sein:

1) Erkenne ich rechtzeitig, wie ich bzw. mein Unternehmen von der Digitalisierung betroffen bin?

2) Bin ich für diese Veränderung ausreichend qualifiziert bzw. bin ich gewillt, mich weiterzubilden?


Im Grunde gilt der Spruch noch immer, dass Wissen Macht ist. Heutzutage muss man aber hinzufügen, dass die Halbwertszeit von Wissen immer kürzer wird. D.h., unser heutiger Wissenstand veraltet aufgrund der rasanten Entwicklung der Digitalisierung immer schneller.

Man kann dazu stehen, wie man möchte, jedoch ist dieser Trend der Digitalisierung unaufhaltsam. Wie bei jeder Veränderung gilt auch hier: entweder man fürchtet sich davor, oder man ist neugierig, was für spannende Dinge auf uns in der Zukunft warten.

Was zum Nachdenken anregen sollte ist allerdings, dass a) die heimische Politik bei diesem Thema versagt und b) auch unser Schulsystem unsere Kinder auf diese Entwicklung so gar nicht vorbereitet. Jeder ist auf sich gestellt, bzw. hat sein Schicksal in der Hand.
 
Was kann man tun?Die beste Voraussetzung, um auch in der Arbeitswelt von morgen gefragt zu sein, ist zum Einen eine solide Ausbildung (was das Schulsystem halt bietet) und, fast noch wichtiger, offen zu sein für Neues verbunden mit der Bereitschaft Neues zu lernen, egal wie alt man ist.

Denn die gute Nachricht ist: Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt mit einem enormen Bildungsangebot. Jeder von uns hat auch künftig alle Chancen, in der Arbeitswelt von morgen erfolgreich zu sein.

Und wer es dem Zeitgesit entsprechend, modern (=digital) haben möchte, kann gleich bei einer der akkreditierten Online-Universitäten vorbeischauen.

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