Dienstag, 21. Februar 2017

Wer zahlt noch Steuern in Österreich?


Wir leben in bewegten Zeiten, selbst beim Thema Steuern. Bevor Sie angesichts des Themas Marke "extra dry" schon hier das Handtuch werfen, schauen Sie sich nachstehende Grafik an und erkennen Sie, bei welcher Gruppe Sie überall dabei sind.


Nun, als "Systemerhalter" werden Sie jetzt zu Recht sagen:"Was ist mit den großen internationalen Unternehmen?" Nun, die kurze Antwort ist: die richten es sich schon, im Gegensatz zu Ihnen und mir, und zahlen praktisch keine Steuern (McDonalds Europa hat 2013 bei EUR 250 Mio. Gewinn 0% Steuern bezahlt). Der Aufschrei der Politik in den Medien ist groß und steht doch im krassen Gegensatz zu den Taten.

Aus diesem Grund wollen wir hier die berechtigte Frage stellen: Wer zahlt in den heimischen Steuertopf überhaupt noch ein?

Eine Frage, in der man sich flott außerhalb der eigenen Wohlfühlzone wiederfinden kann. Die Statistik Austria gibt uns in ihrer aktuellen „Integrierte Statistik der Lohn- & Einkommensteuer 2013“ Anwort auf diese Frage.

Hier die Fakten zum Genießen:
  •  Es gibt in Österreich rund 6,9 Mio. Lohn- & Einkommensteuerpflichtige
  •  2,5 Mio. davon zahlen überhaupt keine Steuern
  • Berücksichtigt man die staatlichen Transfers (wie Sozialleistungen), sieht man, dass mehr als die Hälfte der o.a. Steuerpflichtigen netto keine Steuern zahlen.
  • Auf der anderen Seite sorgen lediglich 3,7 % der steuerpflichtigen Topverdiener für rund 50 % des (um Sozialleistungen bereinigten) Steueraufkommens.
Mit anderen Worten lebt der Sozialstaat zum Gutteil von einer kleinen Gruppe lohn- & einkommenssteuerpflichtiger Besserverdiener. Man mag sich fragen, ob diese Tatsache bis zur Arbeiterkammer, ÖGB und manchen selbsternannten Sozialisten vorgedrungen ist?

Nun steht unser Sozialstaat ja auf tönernen Füssen bzw. einem Haufen Schulden. Auf der einen Seite trägt eine immer kleinere Gruppe von Steuerpflichtigen unter der Last der vierthöchsten Abgabenquote der EU den größten Anteil der Steuereinnahmen. Auf der anderen Seite steigt die Lebenserwartung stetig an. Im Schnitt bezieht jeder heimische Pensionist 22 Jahre seine Pension, doppelt so lange wie noch vor 30 Jahren.

So weit der Status quo.

Was neu ist: „Dank“ der Digitalisierung wird unser Sozialstaat in den nächsten 10-20 Jahren auf eine existenzielle Probe gestellt. Sehr viele Arbeitsplätze werden verschwinden, aber auch neue entstehen. Wie und in welchem Ausmaß kann man heute nur mutmaßen. Die Anzahl der braven Steuerzahler wird wohl zugunsten von Computer und Robotern weiter sinken.

Wie dem auch sei. Aus meiner persönlichen Sicht kann man von folgenden Tatsachen ausgehen:
  • Unser Sozial-, und Steuersystem ist auf die demographischen und wirtschaftlichen Veränderung derzeit nicht vorbereitet
  • Unsere Politiker bezeichnender Weise auch nicht. Denn deren Ereignishorizont endet in aller Regel bei der nächsten Wahl. Hierzulande kämpfen die Großparteien einen, mittelfristig gesehen, aussichtslosen Kampf um bestehende Pfründe. Wird’s eng, geht man in die Politikerpension, oder lässt sich in die letzten verbliebenen staatsnahen Institutionen wegloben.
Auf die Hilfe des – hoch verschuldeten – Staates zu hoffen bleibt für das Volk wohl ein schönes Märchen. Jeder von uns wird für sich einen Weg finden müssen.

Man kann es aber auch so sehen: Die sich abzeichnenden Veränderungen zwingen uns, etwas zu tun, früher oder später. Damit schaffen wir uns aber auch neue Chancen und die Möglichkeit. So oder so werden wir mehr Eigenverantwortung übernehmen müssen. Oder positiv formuliert: Bekommen wir wieder mehr Autonomie und damit Chancen in unser Leben.

Der erste Schritt: Halten Sie Ihr Einkommen beinander und lesen Sie sich gleich die 10 besten Steuertipps der Arbeiterkammer durch. Als Angestellter vergessen Sie nicht auf den Lohnsteuerausgleich - Geld, dass Sie sonst dem Staat schenken würden! Einen einfachen Ratgeber mit Schritt für Schritt Anleitung finden Sie hier.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen