Dienstag, 20. März 2018

Shitcoins

Shitcoins
Kürzlich wurde das Finanzwort des Jahres 2017 gekürt. Wenig überraschend hat der Begriff „Bitcoin“ haushoch gewonnen. Kein Wunder ist der Kurs von Bitcoins 2017 um satte +20.000 % (!) gestiegen. Vom Höchststand bei EUR 20.000 sind wir wieder recht rasch um 65 % gefallen, um bei aktuell rund EUR 7.000,- zu landen.
Damit landet der Bitcoin unter den Top 3 der größten Finanz-Crashs aller Zeiten, obwohl dies medial kaum ventiliert wurde. Für uns als Plattform war der Gradmesser für den Hype rund um Bitcoin die zahlreichen Anfragen letztes Jahr, die sich um die vermeintliche Goldgrube Bitcoin drehten.
Spannender und zugleich gefährlicher wird es allerdings beim Thema ICOs, wo Anleger neu erschaffene digitale Währungen gegen echtes Geld kaufen können, um bei einer (Geschäfts)idee ähnlich einem Aktionär dabei zu sein. Dieser Markt boomt exponentiell. Aktuell stehen wir bei rund 1.400 unterschiedlichen Coins weltweit.

Die Macht dieses Themas zeigt sich auch an der Tatsache, dass sogar Länder wie Türkei, Iran, Venezuela, oder jüngst die Marshallinseln mit dem Gedanken spielen, eigene digitale Währungen herauszugeben.

Viele dieser neuen Währungen werden wohl als sogenannte „Shitcoins“ in die digitale Geschichte eingehen. Also als digitale Währungen, die nach einem kurzen Hype in der Versenkung verschwinden, oder schlichtweg mit betrügerischen Absichten emittiert werden. Es gibt dafür sogar einen – aus den goldenen 80er Aktienjahren entlehnten – Begriff dafür: „pump&dump“.
Denn bei aller Innovationskraft der Cryptocurrencies, gibt es eine wesentliche Gemeinsamkeit mit dem old-school Papiergeld: Jede Währung – egal ob digital oder analog – ist nur so viel Wert wie das Vertrauen der Menschen, die diese Währung besitzen.

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